Der Jagdtiger 323 der 3.Kompanie der 653. Schweren Panzerjäger Abteilung stand verlassen zusammen mit einem anderen Jagdtiger 1945 im Städtchen Neustadt im Vorgarten eines Hauses. Vermutlich wegen eines Getriebeschadesn zurückgelassen, erbeuteten die Amerikaner ihn am 23.3.1945. Ihm werden die Zerstörung von 25 US Fahrzeugen zugeschrieben.

 

 

Ein guter Kunde von mir erwarb in 2023 ein originales Erkennungschild der sPzJAbteilung 653 und will dieses mit einem passenden Diorama in Szene setzen. Dazu soll eine Nachbildung in 1/35 des "323" dienen. Begonnen wird mit eiern Skizze des als Kulisse dienenden zweistöckigen Gebäudes, das heute noch in Neustadt an der Landauer Straße existiert. Das Gebäude ist durch seine Bogenfenster relativ markant.

Die Kulisse wird aus strukturiertem Styrofoam und Balsaholz nachgebildet und hat damit trotzdem eine relativ geringe Tiefe, was den Abmessungen des Dioramas zugute kommt.

Geschoßebenen auf der Rückseite und leichte Beschädigungen bringen Leben an das Modell, so kann man die Proportionen gut mit dem Originalbild vergleichen.

Farbig koloriert kommen die einzelnen Hausstrukturen zum Vorschein wie der basaltgraue Sockel und die abgesetzten Backsteindekoelemente. Dazu gibt es schon dem auf dem Originalbild gut zu sehenden Gartenzaun und Straßenschild.

Der arg mitgenommene Dachstuhl ist nur angedeutet, dies reicht für die Tiefenwirkung.

Der Jagdtiger 323 kommt von Meng als Mischbausatz aus Plastik-,Ätzteilen und gedrehtem Draht. Er lässt sich insgesamt sehr gut bauen, einzig die Passform der Frontplatte mit der Geschützblende zum Schluss in den Aufbau ist nie sauber und passgenau, hier muss leicht nachgespachtelt werden.

Wie beim Oríginal sind beidseitig einige der Kettenblenden heruntergefallen und liegen später separat auf dem Diorama. So kann man sehr gut den Kettendurchhang der mächtigen 3-Tonnen schweren Ketten entdecken. Auch die am Aufbau befindlichen Ersatzkettenglieder werden erst bei der Schlussmontage angebracht, damit ist ein durchgehender Tarnverlauf möglich.

Die wenigen Ätzteile betreffen vor allem die Lüftergitter auf dem Heck. Typisch für ein abgestelltes Fahrzeug sind die geöffneten Ladeluken am Aufbau, hier kann man zumindest das Geschütz im Innern erahnen.

Die Rohrstütze vorne ist auf der Bugplatte abgelegt und legt sich dabei um den mittig installierten Notek-Scheinwerfer. Die gegossene Geschützblende und Frontplatte haben eine gute Gusstruktur von Meng aufgebracht, die Passform ist natürlich hervorragend.

Nun kann grundiert werden und die Kolorierung umgesetzt werden.

Vom "323" liegen einige Originalaufnahmen, natürlich schwarz-weiß vor. Oft kann man auf den Bilder nicht ausmachen, ob er auch die Kontrastpunkte der Hinterhalttarnung hatte, oder nur die scharfkantigen 3-Farben-Tarnbemalung. Auf jeden Fall hatte er einen aufwendigen Tarnverlauf, der sich bemühte die gewaltigen Ausmaße irgendwie zu verwischen. Dazu kamen Tannenzweige, die auch am abgestellten Fahrzeug im Vorgarten des Hauses Landauer Str.103 sichtbar sind.

Auch wenn die Fahrzeuge sicher nicht sehr alt wurden, so sind sie doch schnell lackiert worden und haben im Winterhalbjahr 44/45 deutliche Spuren von Wind und Wetter.

Hier am fertigen Modell sind Wagenheber, das Fla-MG auf dem Heck und die Ersatzkettenglieder am Aufbau angebracht.

Der wellenförmige Tarnverlauf auf dem langen Geschützrohr ist auf den Originalaufnahmen deutlich auszumachen. Hier wo vorne eine Kettenblende fehlt ist einmal der dunkle Abdruck auf der Wanne gut zu sehen und die Erd- Rostspuren der schweren Gefechtsketten mit dem metallfarbenen Abrieb an den prädistinierten Stellen.

Am Heck ist in der späten Version des Jagdtigers der Wagenheber unterhalb der Anlasser und Kettenstellöffnungen angebracht. Die jeweiligen Kettenschutzbleche sind nach dem Gefecht verbogen.

Das Fla-Mg 42 auf der Richtlafette vor den geöffneten Ladeluken. Markant für die Jagdtiger der 653 sind die hinten am Aufbau gleich doppelt angebrachten Balkenkreuze, die einen Abschuss durch die eigenen Truppen vermeiden helfen sollten.

Auf dem Aufbaudach hinter Richtvisier und Kommandantenluke der Ventilator und Nahkampföffnung. Die späten Versionen des Jagdtiger verfügen auf dem Turmdach die angeschweissten Halteösen für den 2-Tonnen-Hilfskran.

Die Laufräder sind dunkelgelb uni gehalten, aber natürlich ordentlich mit Öl- und Erdresten verschmutzt.

Am Bug sehr prägnant die Serienummer "35022" unter der Rohrstütze. Diese half in der Praxis nicht viel. Nach längeren Überführungsfahrten musste das Geschütz komplett neu justiert werden.

Probesetting mit Hausfront, Bäumen und Gartenzaun vor der Erdgestaltung. Bewusst wird der mächtige 72-Tonner ein Stück aus dem Grundlayout herausragen. Genug Platz drumherum für Trümmer, Bleche, Schutt etc...und natürlich die letzten Reste der Gartenfrüchte.

Das finale Diorama mit dem gestalteten Bodenabschnitt udn zwei Figuren als Größevergleich. Am Sockel ist Platz für eine Szeneninschrift und die originale Erkennungsmarke.

Der ehemalige Hausbesitzer kann nur angesichts des Monstrums im Garten den Kopf schütteln.

Ein Besatzungsmitglied räumt Munition und den restlichen Sprit aus dem "323" mit dem Getriebeschaden. Zu dieser Zeit ein hoffnungsloser Fall.

Das Haus 103 an der Landauer Straße wurde nach dem Krieg wieder hergerichtet. Und natürlich auch der Vorgarten.

Rückseite mit den Etagen.