Anfang 1945 wurde beim Versuchsverband des Oberkommandos der Luftwaffe (OKL) Nachtjagd  mindestens mit einer Ar 234 B-2N "Nachtigall" von Oranienburg ausgestattet. Die erste Ar 234 B traf am 20. September 1944 in der Werft Werneuchen zur Umrüstung auf den Nachtflug ein, einem Besprechungsprotokoll ist zu entnehmen, dass die Umrüstung am 5. November 1944 erfolgreich beendet war. Die einsatzklare Arado wurde  zur Erprobung überführt. Die umgerüstete Maschine ging nach Oranienburg an den Versuchsverband OKL Nachtjagd. 

Der 3./Versuchsverband OKL unter Ritterkreuzträger Hauptmann Josef Bisping sollte monatlich mit je drei zusätzlichen Maschinen dieses Typs ausgerüstet werden. Nachweislich unternahm Hptm. Bisping zwar mehrere Feindeinsätze, von Abschüssen wurde aber nichts berichtet. Bei einem dieser Einsätze kamen der Flugzeugführer Hauptmann Josef Bisping und der Bordfunker Hauptmann Albert Vogl ums Leben. In der Literatur wird als Absturzort Oranienburg angegeben und als Absturzursache eine versehentlich zu früh ausgeschaltete Flugplatzbeleuchtung beim Start, in deren Folge der Flugzeugführer Hauptmann Bisping die Maschine überzog.


Der Bausatz von Fly ist eine Mischung aus Plastikspritzguss, Resinteilen und Ätzteilen. Besonders die variablen Cockpiteinsätze für die Nachtjägerversion und dem zweiten Sitz des Beobachters hinten sind aus Resin ausgeführt.

Das Cockpit wird mit Tamiya Grundierung vorbehandelt, dann die Details bemalt und das Ganze mit einem leichtem Washing überzogen. Für die Armaturen sind Decals enthalten, die nach dem Antrocknen einen Tropfen Klarlack als Glas darüber bekommen.

Die Fahrwerkschächte sind als sehr gut detallierte Resinteile im Bausatz enthalten. Sie werden gespritzt und gealtert und verschwinden in den Rumpfhälften.

Fertig zum Airbrushen entpuppt sich der Rohbau trotz der wenigen Teile als aufwendig. Dies liegt zum Teil an der dürftigen Passform der Spritzgussteile. Die große Glaskanzel wird mit allen Details innen ausgestattet und dann die Scheiben abgeklebt. So können sie schon am Rumpf festgeklebt werden und werden sauber dann mit der Rumpffarbgebung gespritzt. Sehr gut gemacht sind die zusätzlichen Starthilferaketen mit ihren vorne angebrachten Fallschirmen. Sie wurden in der Praxis mehrmals genutzt und erlaubten so den vollgetankten Maschinen auch auf kurzen Startbahnen abzuheben. In der Mitte der für die Nachtjagd extra entwickelten Unterrumpf-Waffenbehälter mit den beiden 30mm-Bordkanonen.

Das fertige Modell erscheint in der grauen Mäandertarnung der deutschen Nachtjäger. Filigran mit dem Hirschgeweih-Radarantenne vorne und dem aus Blendschutz schwarz abgesetzten Kanzelstreben.

Die Alterung beschränkt sich wegen der kurzen Laufzeit der Maschinen nur auf ein sanftes Preshading und ein Washing der markantesten Fugen.

Unterrumpf in Mattschwarz. Hier sieht man das elegante Profil der Arado 234, die natürlich mit den Unterrumpflasten wie Zusatztanks und Kanonenbehälter an Höchstgeschwinidgkeit verlor.

Jeweils ein Ruder wurde aus dem Flügel ausgeschnitten und abgeklappt dargestellt. So bekommt das Modell noch etwas Leben.

Seitenansicht mit der langläufigen 30mm-Zwillingsbordkanone und den Starthilferaketen an den Flügeln. Diese wurden nach dem Start abgeworfen und landeten mit dem vorne angebrachten Fallschirm für den Wiedergebrauch.

Die große Glaskanzel erlaubt den Blick auf die Armaturen und den Sitz des Piloten. Die Antennen sind mittels in Bohrungen in der Glaskanzel befestigt, ein winziger Tropfen Sekundenkleber dient der Fixierung, sodaß dieser auf der Glasfläche nicht nebelt.

Blick von hinten unter den Rumpf. Mächtige Ballonreifen tragen das schmale Fahrwerk. Unter den BMW-Strahltriebwerken hängen Zusatztanks, um die Reichweite zu erhöhen.

Die saubere Ausrichtung von Tragflächen und Leitwerk ist bei diesem Bausatz aufgrund sehr oberflächig ausgeführten Steckverbindungen nicht einfach.

Die Starthilferaketen haben vorne den Fallschirm-nach dem Abwurf löst eine einfache Drahtverbindung diesen aus. Die Beschriftung weist darauf hin, das die Behälter keine Bombe sind und wiederverwendet werden.

Jetzt wartet die Arado auf ihr kleines Diorama...