Einer der klassischen Gebäudearchitekturen im Bereich Militärmodellbau ist das Flugzeughangar. Es bildet eine faszinierende Kulisse für Militärflugzeuge aller Epochen. Hangars aus der Kriegszeit zudem sind oft mit einem Tarnanstrich versehen und können auch entsprechend gealtert werden. Im Masstab 1:32/1:35 stellt eine solche Replik allerdings eine Herausforderung dar.

Für Hangars gibt es auch viele Originalbilder, die Details, Beschriftungen etc. des Innenraums liefern.

Wer im Masstab 1:32/1:35 einen Hangar bauen will, kann sich als Basis an einem polnischen Kartonmodellbausatz versuchen, der in verschiedenen Masstäben skaliert verfügbar ist.

Auf die mitgelieferten planen Bodenplatten sollte man verzichten. Sie haben keinen Betonstruktur, sind zu dünn. Eher baut man seine eigene Basis aus einer 80x100cm Styrodurfläche, die man mit feinem Styrodur beschichtet und mit Balsaholzleisten einfasst. Diese Schicht kann man mit einer entsprechenden Betonstruktur mit allen ihren Alterungsschäden gravieren.

Die vom Bausatz stammenden Seitenteile sind einmal die vier Aussenwände( hier gut erkennbar am braunen Wellbechmaterial) mit ihren weissen Fenstereinsätzen, für die Klarsichtfolie beigefügt ist.

Für die Innenwände ist eine Gitterstruktur vorhanden, 3 Teile die erst einmal zum Spritzen separat bleiben. Weitere Accessiores wie Schalter, Kabel und Leitungen werden erst nach dem Kolorieren aufgebracht. Vorne unten der großformatige Eingang mit der Schiebetürenaufhängigung.

Für die Gitterstruktur des Bogendaches sind entsprechende Bausatzteile vorhanden. In diesem Maßstab sind sie natürlich zweiteilig pro Holm angelegt, hier sollte man die Verbindung z.B. mit Balsaholz versteifen.

Für das Wellblechdach ist dünnen Pappe beigelegt, die sich gut biegen lässt. Ich habe sie in einem Bereich aufgeschnitten, um später von oben einen Einblick auf die geparkten Flugzeugmuster zu ermöglichen.

Kleben kann man alle Bausatzteile mit wasserlöslichem Klebstoff, da sie ja aus Karton oder Pappe sind. Besonders fragile Kontaktpunkte habe ich mit Sekundenkleber fixiert.

Das Dach überspannt die gesamte Basisfläche von 80x100cm, bis auf vorne eine Stück Vorfeld. Die Dachkonstruktion ist äußerst leicht, aber kann so von innen und außen gut farblich als eigene Baugruppe behandelt werden.

Der Betonplattenboden wird in verschiedenen Grautönen gespritzt. Eine einfache Bodenmarkierung bis in den Hallenbodenbereich deutet Flugfeldarchitektur an, dazu gehören auch Abriebspuren eingeparkter Maschinen. Die Fugen werden mit Dunkelgrau und verdünntem Schwarz betont. Zum Schluss kommen auf dem Hallenvorfeld in die Fugen noch ein paar Grasbüschel. Zum Schluss wird die Balsaholz-Einrahmung der Basis noch in Schwarz gestrichen. Die große Platte ist somit leicht aber sehr stabil, auch für Reisen auf Ausstellungen.

Die Gitterkonstruktion für den Innenraum, sowie die vier Seitenteile werden nun beideseitig gespritzt. Nach oben in Hellgrau, im Innenraum bis zu mittlerer Höhe in Hellblau. Beide Seitenteile bekommen hier schon ihre "Rauchen verboten!"-Beschriftung in Frakturschrift.

Für die Aussenwände wird als Basis ein Hellgrau gespritzt. Papierschablonen für die Tarnflecken bringen halbscharfkantige Umrisse in Olivgrün.

Die gemauerten Basisockel an den Seitenteilen werden zuerst in Rotbraun gestrichen und dann mit dünnflüssigem Buff in ihrer Fugenstruktur betont. Zum Schluss wird mit verdünntem Schwarz noch Tiefen und Regenspuren auf den Teilen angelegt.

An den Metallträger und an der Laufschiene der Tore werden mit Schwammtechnik Rostspuren aufgetragen und so die Kanten betont.

Nicht vergessen: die Hallentore laufen entsprechend mit!

Details an der Tormechanik müssen scratch erstellt werden, hier dient die Restekiste als Fundus.

Das Dachbauteil wird ebenso in verschiedenen Grautönen sowohl innen wie außen gespritzt. Auch hier kommen mittels Schablone Tarnbereich mit Olivgrün aufs Dach. Anschließend wird mit Dunkelgrau, die Plattenstruktur auf dem Dach betont. Der Karton ist so stabil, daß er das Spritzen aus der Dose mit einem feinen Acrylspray gut verträgt.

In der ersten Aufsicht ohne die Seitenteile, sieht man, wie das Dach die kompletten Basis mit etwas Vorfeld abdeckt.

Die Schlussmontage ist relativ einfach, die Passform gut. Hier wird mit wasserlöslichem Kleber und feinen Nägeln die nötige Festigkeit erreicht. Das Dach bleibt abnehmbar, so kann man die Details im Innenraum ergänzen und entsprechende Flugzeugmodelle hineinstellen.

Die Hallentore sind ineinander geschoben seitlich an der Aufhängung befestigt.

Die Einfahrt ist zu 2 Drittel geöffnet und gibt den Blick in den Innenraum frei. Ein paar Accesoires wie Leitungen, Schalter und die olbigatorischen Benzinfässer gehören zum Unfeld.

Beispielhaft hat eine Me 109 und ein Me 110-Nachtjäger in der Hangar Platz genommen.

Diese kann man auch durch den Dachausschnitt "entdecken".

Die Hallenkonstruktion im Dach wurden mit entsprechenden Lampen ausgestattet.

Nun gilt es auf besseres Wetter zu warten und mit dem Hangar Freiluftaufnahmen zu machen.