Krassucha (russisch Красуха für Schönheit, aber auch Schwarze Tollkirsche) ist der Name einer „Familie“ von Systemen zur Durchführung von elektronischen Gegenmaßnahmen. Die vom russischen Hersteller KRET entwickelten Systeme werden zur gezielten Störung von Lenkwaffen, UAVs und Radarsystemen eingesetzt. Die Serienproduktion begann vor 2012 im Brjansker Elektromechanischen Werk. Die Entwicklungsarbeiten begannen Mitte der 1990er Jahre. Das System Krassucha-2 dient vorrangig zum Stören der Radarsysteme der von der NATO und den USA eingesetzten AWACS-Flugzeuge. Daneben können damit auch andere luftgestützte Radarsysteme und radargesteuerte Lenkflugkörper gestört werden. Dabei erhalten die Radarsysteme falsche Zieldaten, um sicherzustellen, dass die Lenkflugkörper keine Bedrohung für das eigentliche Ziel darstellen. Eingesetzt wird das System hauptsächlich zum Schutz von Führungseinrichtungen und eigenen Raketensystemen, wie dem 9K720 Iskander.Als Trägerfahrzeuge kommen insgesamt drei geländegängige Lkw BAZ-6910 zum Einsatz. Die Reichweite des Systems wird mit 250 km angegeben.
Als 3D-Bausatz kommt das Modell in 1:35 von W-Models aus Russland in einer limitierten Edition für einen Kunden. Rund 70 3D-Teile sind befriedigend-gut gedruckt, eine einfache Bauanleitung hilft das relativ große und komplexe Fahrzeug zu bauen. Mit beigefügt ist ein transparente Plastikcard für die Scheiben und Warntafeln als Decals, sonst gibt es keinerlei Decals dazu. Der Bausatz selber war wohl überhastet ausgeliefert worden, einige große Teile müssen in Warmwasser wieder gerade gebogen werden und der Rädersatz war nass aus dem Waschbad verpackt worden.
Begonnen wird mit dem Fahrgestell und Rahmen. Dieser setzt sich aufgrund der Modellänge von 45cm aus zwei Teilen zusammen, die für die Haltbarkeit unbedingt Verstärkungen an der Nahtstelle aus Evergreen-Plastik benötigen. Das Gewicht und die Klebefläche ist einfach zu gross bzw. zu klein.
Dazu wird der Boden der Fahrerkabine mit dem Armaturenbrett und Sitze auf dem Rahmen verklebt. Staukästen und Getriebe runden die Baugruppe ab.
Die acht Räder müssen alle innen aufgefräst werden, da bei fast allen Teilen der Druckzuwachs in den Guss nicht einberechnet wurde. Alle Nuten und Halterungen müssen somit angeschliffen bzw. angepasst werden. Dann aber steht das mächtige Fahrwerk auf den Rädern.
An der Fahrerkabine werden die Scheiben so ausgeschnitten das sie später von innen eingesetzt werden können. Auch bei der Kabine müssen die Innenwände wieder dünner geschliffen werden, da sie sonst nicht über das Armaturenbrett passen. Die Kabine wird in diesem Stadium natürlich nicht verklebt, damit man den Innenraum später kolorieren kann. Auch bleiben alle filigranen Teile wie Rundumleuchten, Rückspiegel oder die feinen Gitter vor den Frontscheinwerfer für die Schlussmontage vorerst separat.
Am besten baut man die Aufbauten von vorne nach hinten auf, sodaß die Abstände der einzelnen Komponenten stimmen.
Nun folgen die weiteren Aufbauten, wie die Stromversorgung und der Rahmen des Radaraufbaues. Diese habe ich ausgerichtet zum Fahrzeug verklebt. Die seitlichen Hydraulikstützen sind ausgefahren am Rahmen und sind somit für die spätere Darstellung in Arbeitsstellung geeignet.
Auch alle weiteren Teile wie die Radkästenschürzen werden bereits hier angebracht. Dies gewährt dauerhafte Haltbarkeit, wenn man die angeschliffenen Resindrucke mit Sekundenkleber verklebt. Bei allen Aufbauten ist es wichtig, diese so gut wie möglich auf dem Rahmen rechtwinklig und waagerecht zu positionieren. Die Teile haben nur grobe Haltepunkte und teilweise muss man mit Plastikschienen diese am Rahmen unterfüttern. Halt keine deutsche 3D-Printqualität, aber eben ein äußerst seltenes Modell.
In der letzten Phase kommen die Baugruppen des eigentlichen Radargerätes an das Modell, wobei man die Radarschüssel und den großen Heckkoffer hier nur probeweise aufsetzt, sie kann man auch später für den Versand abnehmen.
Die Radarschüssel bleibt beweglich, sodaß man sie auch in Fahrstellung nach unten klappen kann. Der feine Reflektor davor wird auch erst bei der Schlussmontage angebracht - er würde beim Airbrushen nur stören.
Das Modell ist mit dieser Größe von 45cm und den massiven Bauteilen ein Schwergewicht, aber schon jetzt beeindruckend.
Das Fahrzeug wird in einem modulierendem Russisch-Grün gespritzt. Dunkel und Hell-Betonung unterstreicht die komplizierte Fahrzeugarchitektur.
Wenige Farbpunkte wie Warntafel, Rundumleuchten und angerostete Auspuffteile bringen Kontraste ans Modell. Das Modell ist auch mit dem hohem Gewicht sehr stabil, trotzdem freue ich mich auf eine persönliche Übergabe zusammen mit dem zweiten Modell an den Auftraggeber.
Die aufgestellte, imposante Radaranlage und der schwere Gerätekoffer auf dem Heck ist ein markantes Merkmal des 1L269-Krasuhka.
Das Fahrerhaus hat jetzt Scheiben, Rundumleuchten und Antennen, sowie Rückspiegel. Durch die großen Frontscheiben kann man relativ viel vom Innenraum sehen.
Die Frontscheinwerfer wurden aus der Reservekiste mit richtigen Gläser aufgebaut, darüber kamen die fein gedruckten Schutzgitter des Bausatzes.
Die Dipolscheibe ist nun vor der Radaranlage eingesetzt und die Hubmechanik wird nach der Kolorierung viel besser sichtbar. Neben dem Stromversogrungsaggregat sind links und rechts Kabeltrommeln angebracht für ein externe Stromversorgung.
Die großen Reifen werden mit Buff-Airbrushen und anschließenden Trockenbemalen mit Reifenschwarz lebhaft.
Auch die feinen Funkantennen kommen aus dem privaten Zubehör. Hier sieht man gut, wie die Bodenstützen jeweils bis zum Boden auch reichen und auch dem Modell einen festen Stand verleihen.