"Towning tractors". Eine markante und typische Szene aus dem Krieg in der Ukraine sind die engagierten Bauern und Farmer, die mit ihren Traktoren die liegengebliebenen und noch intakten russischen Fahrzeuge vom Schlachfeld holen. Hier werden teilweise zwei Traktoren zusammen als Zugmittel genutzt, um schwerstes Gerät in sichere Zonen zu ziehen.
Als Basis für die beiden Traktoren nutze ich hier zwei in der Ukraine gebräuchliche Metallmodelle, die natürlich so neu wie Spielzeug aussehen. Sie müssen entsprechend gealtert werden.
Hier der kleinere Massey-Ferguson.
Dabei werden zuerst bei beiden Traktoren die Scheiben abgeklebt, ums so einfacher Schattierung, Mattierung und Chipping aufbringen zu können. Danach wirken sie wesentlich realistischer.
Die groben Reifenprofile werden mit einem Erdinlay betont und anschließend mit Mattschwarz trockenbemalt.
Beide Modell sind leider von ihren Türen nicht öffenbar, sodaß man die Bauernfiguren dann stehend dabei suchen muss.
Der größere John-Deere-Traktor wurde auf ein mattes Blau umgespritzt, um so nochmal einen Farbkontrast in der Szene zu haben.
Auch hier sind Arbeitsgänge gleich und durch das finale Trockenbemalen werden die Details plastischer, so daß man kaum noch sieht, das es Fertigmodelle sind.
Als Abschleppobjekt dient ein eroberter Ukraine T-72B3M der Ukrainer. Der Bausatz kommt von Trumpeter und zeichnet sich durch eine Vielzahl von Teilen aus, die nicht nur die komplexe reaktive Panzerung beinhaltet, sondern auch eine aufwendige Einzelgliederkette mit drei Bauteilen pro Glied.
Dazu kommt eine dreiköpfige Panzerbesatzung aus Resin und zwei begleitende Panzergrenadiere, die ebenso auf dem Turm platziert werden. Kleinteile wie Antennen, Scheinwerfer etc. bleiben vorerst separat und sind bei der Schlussmontage anzubringen.
Der Ukraine T-72B3M verfügt hier über zwei Minenpflüge die in Fahrposition hochgeklappt vor den Laufwerken angebaut sind. Sie sind auch im Bausatz recht komplex und haben spezielle Aufhängungen an der unteren Bugplatte. Frontseite mit zusätzlicher reaktiver Panzerung.
Auch der Turm hat in dem modernsten Update eine geschossabweisende reaktive Panzerung und auf der Turmrückseite Abwehrgitter für Hohlandungsgeschosse. Die vier Figuren passen perfekt in die geöffneten Luken und auf die seitlichen Staukästen.
Am Heck ebenso die Abstandsgitter für die empfindliche und leicht entzündliche Motorpartie. Dahinter die Abschleppseile aus gedrehtem Draht. Die Lüftergitter bekommen Ätzteile, ihre Abdeckungen kommen auch erst nach dem Lackieren an das Modell.
Auch die seitlichen Kettenschürzen sind mit zusätzliche Sprengpaketen ausgestattet, die die gefürchteten Panzerabwehrraketen vor dem Auftreffen auf die eigentliche Wanne entzünden sollen.
Basierend auf einem kalten Russisch-Grün werden die Strukturen des Modells durch Abdunkeln und Aufhellen betont. Darauf erfolgen mehrere Arbeitsgänge wie Chipping, Arbeiten mit Pigmenten und eine intensive Erd- und Lehmverschmutzung von Ketten und Laufrollen.
Die Besatzung und die Infanteristen tragen Flecktarnanzüge mit Grundton Khaki, die drei Crewmitglieder die typischen schwarzen Panzerhelme.
Die reaktiven Elemente auf den seitlichen Kettenschürzen sind im grundton Hellgrau - nach einem Washing und durch die Alterung von unten ist davon nur noch ein verwaschener Ton erhalten. Laufwerk und Schürzen werden in einem Gemisch aus echter Erde und Pigmente verschmutzt. Diese kann man mit verdünntem Acrylklarlack fixieren, der dann austrocknet.
Durch Tiefe, Verrostung und die Staubfahnen wird das eintönige Grün intensiv durchbrochen. Ein Detailwashing bringt die kleineren Details und Fugen in den Kontrast zum aufgehellten Hellgrün.
Der Turm bleibt drehbar, sodaß man ihn nach hinten drehen kann, um den T-72B3M rückwärts an die Traktoren zu hängen.