Wings of liberation"-Museum, Best 2026. Das kleine, privat geführte Militärmuseum in Best bei Eindhoven liegt an der sogenannten Liberation-Route, die sich hier auf den Korridor zu den Landeräumen der Operation "Market Garden" im September 1944 konzentriert. Im Raum Best landete hier die 101.Airborne Division der Amerikaner, um hier wichtige Brücken auf dem Vormarschweg nach Njimwegen und Arnheim zu sichern. So konzentrieren sich fast alle Exponate auf diesen Zeitraum, wobei das Museum seine besten Tage schon vorbei hat.

Viele schöne Originale sind in einem bedauernswerten Zustand, es gibt zwar ein kleines Restaurierungsteam, das aber hoffnungslos im Kampf gegen die Zeit überfordert ist. Dazu kommt das der Eigentümer wohl eher das Museum als Händlerbasis sieht, so sind in den Coronazeiten aus Finanzmangel viele, schöne Originalfahrzeuge und Flugzeuge verkauft worden.

Ich habe am Modellbautag des Museum mit einem kleinen Stand teilgenommen, deren Exponate sich auf das Themenfeld rund um Operation Market Garden konzentrierte. Zugegeben eine dunkle Ecke, dazu noch im Umkreis von 40 Meter keine Steckdose, aber man ist ja ein deutscher Neuling auf der Ausstellerliste.

Ich war der einzige deutsche Austeller, obwohl das Museum bei Eindhoven eigentlich grenznah liegt. Der versprochene Zuschauer- und Ausstellerandrang laut Werbung hielt sich in Grenzen, auch für niederländische Verhältnisse, wohl auch eine Folge der starken Spritpreise. Trotzdem sind die niederländischen Modellbaukollegen grundsätzlich neugieriger, freundlicher und aufgeschlossener als die deutsche Klientel.

Dazu kommen im Museum auch sogenannte Film-Replikas, also Fakes, die man schon öfters in entsprechenden Streifen gesehen hat, wie hier die Imitation eines Stug III auf einem britischen Panzerfahrgestell. Für das meist nicht geschulte Familienpublikum reicht das, aber es schadet letztendlich dem Gesamteindruck.

Trotzdem sind natürlich einige gut restaurierte Originale zu entdecken, sodaß man bei solchen Events in Militärlocations als Modellbauer mehr davon hat, als in Messehallen das Ende einer nicht gut besuchten Sonntagsveranstaltung abzuwarten.

Hier kann man sich dann auch ausgiebig mit Details wie hier an einer Flak 36 befassen.

Das Museum verfügt im Museum über ein eigenes Modellbaumuseum einer lokalen Modellbau- und Dioramengruppe, die auch finanziell das Museum eigenständig stemmt.Sie haben sich insbesondere auf Szenen aus dem WW2 konzentriert und bewegen sich durch alle Masstäbe. Die Qualität ist jetzt nicht das oberstes Regal, meist etwas überbordene Schlachtszenen, aber in dieser Masse ganz unterhaltsam. Der Eintritt ist kostenlos.

Insgesamt lohnt sich ein Tagesausflug zum Museum zb. mit Familie, ein nettes Aussengelände, Restauration etc. machen diesen ganz angenehm. Modellbautechnisch und Qualität der Darstellung ist halt die Zeit hier im "Wing of Liberation" etwas stehen geblieben. Aber wo kann man ein deutsches Horchgerät hautnah bestaunen?