F-104G Starfighter ZELL: Der Ritt auf dem Feuerstuhl: In den 60er Jahren plante die Luftwaffe im Ernstfall den Einsatz von mit Nuklearwaffen bestückten Starfightern unabhängig von verwundbaren Flugplätzen. Mit Hilfe einer Startrakete sollten die Jets aus dem Stand in den Einsatz starten. Wir sprachen mit Horst Philipp, dem einzigen deutschen ZELL-Piloten, über die spektakuläre Erprobung des Zero-Length-Launch-Systems. Der Testpilot im Cockpit des Starfighters drückt den ZELL-Hauptschalter. Mit einer kaum registrierbaren Verzögerung zündet das Raketentriebwerk unter dem Heck der F-104G. Der Start sieht absolut spektakulär aus. "Die Beschleunigung lag bei 2 g und ließ sich locker ertragen. Das Flugzeug reagierte sofort auf den Seitenwind mit einer Rollbewegung nach Lee. Gleichzeitig drehte die Nase in den Wind. Während ich mich vorher darauf konzentriert habe, dass ich schnell genug zum Schleudersitzgriff komme, falls nach dem Drücken des ZELL-Knopfes irgendwas schiefläuft, versuchte ich jetzt, gegenzusteuern. Aber das war wie erwartet zunächst bis etwa 100 bis 120 Knoten wirkungslos . Dann reagierte die Maschine und tat genau das, was man ihr befahl. Ich wartete die Brennzeit ab und beobachtete, wie die Geschwindigkeit stieg und sich nach dem Abschalten des Nachbrenners stabilisierte. Dann folgten ein kurzer Check des Flugverhaltens mit dem Booster als Außenlast unter dem Rumpf, der Anflug des Abwurfplatzes aus einer großen Platzrunde und der Abwurf des leer gebrannten Boosters".
Als Basisbausatz in 1:32 dient einmal der Italerie F014-G Bausatz mit einem Aires Cockpit-Zurüstsatz, sowie neuen Radschächten und neuen Resinrädern. Dazu der Kleinserienbausatz für die Zell-Startanlage von Scaleplanes.
Gebaut werden soll eine Startpostion mit einer Base inklusive dem Boosterschacht und geöffnetem Cockpit und davor stehendem Starfighter-Piloten (Resinfigur von CMK).
Begonnen wird mit dem Bau und Einbau der Aires-Zurüstsätze für das Cockpit und die Fahrwerksschächte. Sie bringen einen deutlichen Mehrwert für das Modell, gerade wenn man so unter die Rumpfunterseite schauen kann und das geöffnete Cockpit mehr Details zeigt.
Die Anlage des Aires-Cockpits ist natürlich viel detaillierter als das Italerie-Original, obwohl hier Italerie mit einem Ätzteilsatz für Armaturen und Sitzgurte deutlich sich verbessert hat. Wie bei Aires zu erwarten zeigt sich dann aber das Ärgernis wieder in der viel zu großen Anlage der Cickpitschale für den Einbau in den Rumpf, obwohl der Zurüstsatz extra für die Italerie F104 gemacht sein soll. Hier muss deutlich abgeschliffen werden und man weiss nicht, warum es so schwer ist die Italerie Cockpitschale einfach abzumessen und sich daran zu halten. Also wird mit dem Dremel mühevoll auf jeder Seite 2-3mm abgetragen. Das ist auch der Grund, warum ich aus Erfahrung die Aires-Cockpits immer komplett im Rohbau baue (bis auf Visier und Frontarmatur) und sie in die Rumpfschalen einbaue (und den Schmirgelstaub auslblase!) und dann von oben lackiere.
Die Radschächte dagegen passen sehr gut, auch hier muss man nur den Sockel vom Guss wegschleifen. Hier gibt es auch feinere Radschächteklappen aus Resin, die später bei der Endmontage abgebracht werden.
Alle weiteren Baugruppen können nun im Rohbau angelegt werden. Für die in Gatow ausgestellte Originalmaschine und deren Kennung ist deutlich die vorhanden Kanonenöffnung am Bug sichtbar. Dazu werden alle vier Zusatztanks aufgerüstet, also sowohl für die Flügeltanks wie auch als Unterlast. Der Rumpf erhält auch schon seine beide Bohrungen für das Startgestell und in die Fahrgestellausleger ebenso die Bohnung für die späteren Aufnahmen der Messingstifte.
Die Räder sind aus dem Italeriebausatz für diese Modelldarstellung nicht zu nutzen, da sie für den belasteten Zustand sehr stark abgeflacht sind, hier in schwebender Darstellung auf dem Startgestell ersetzen neue Resinräder als Vollreifen die Bausatzteile.
Auch die Baugruppen des Startgestells von Zell können nun im Rohbau vorbereitet werden, also Angüsse entfernt und verschliffen werden. Der 3D-Druck ist sehr gut, selbst Bohnungen für die Verstiftungen sind schon mit gedruckt. Entsprechend der Anleitung werden an den lasttragenden Teile Messingstäbe eingezogen und auch als Gelenkstifte eingebaut. Der Booster ist noch für das Lackieren abnehmbar, er wird aber mit dem Startgestell neben der Düse verstiftet und gibt der filigranen Konstrukion am Modell zusätzlichen Halt. Die Teleskopstützen sind hier ebenso separat und am Startgestell beweglich, um hier später Winkel und Position exakt auszurichten.
Auch kann man nun die Baugruppen grundieren. Auch wenn die Lackierung später etwas schwerer ist bei kompletten Baugruppen, ist so der beste Halt mit Verstiftung und Sekundenkleber gewährleistet,
Das Ccokpit wird entsprechend den frühen Bundeswehr Baker-Schleudersitzen koloriert. Armaturen in Schwarz auf grauem Cockpitgrund. Hier kommen die Decals aus dem Bausatz mit zur Verwendung. Die Gurte des Schleudersitz haben gelb für die Beckengurte und Blau für die Schultergurte.
Nachdem die Unterseite einen Alugrundanstrich erhielt, können oben die beiden Tarnfarben Basaltgrau und Dunkelgrün entsprechend dem Starfighter Tarnmuster aufgebracht werden. Tamyia hat mit dem kalten Mittelgrau und dem Dark Green die entsprechenden Pendants. Hier kann man schon auf den Flächen etwas heller werden, um dem Panellining vorzugreifen.
Bugspitze in einem Weissgelb, für den Blendschutzfläche steht ein Decal bereit.
Die orangen Warnstreifen der "Zell"-Ausführung werden zuerst mit Weiss grundiert, was dem Leuchtendorange die entsprechend Leuchtkraft erhält. Dazu gibt es auf der rechten Rumpfseite ein "Kreuz" aus Leuchtendorange und die Flügelkanten werden vorne und hinten ebenso gespritzt. Den oberen Bereich etwas heller halten, um die Lichtwirkung von oben mitzunehmen.
Die Zusatztanks haben oben das Dunkelgrün und von unten ihren nackten Alueindruck. Bei dem Masstab in 1:32 kann man hier schon die Struktur durch einen rauchfarbenes Panellining betonen.
Jetzt werden alle Baugruppen mit Decals mit Glanzlack überzogen, der die Farben rund 5% nachdunkelt, das muss gerade bei dem Basaltgrau vorher berücksichtigen.
Auf die glatte Oberfläche können die Decals aus dem Bausatzkit und von Scaleplane für die Zell-Maschine aufgebracht werden, anschließend matt versiegeln.
Die Blendfläche vor dem Cockpit kommt als Decal aufs Modell. Auch die Cockpitverglasung ist innen und außen gespritzt.
An der Unterseite wird nun der Fanghaken angebracht, er ist auch bei der Zell-Maschine noch am Rumpf. Mit etwas Detailbemalung und Washing sind die Radschächte lebhaft und viel detaillierter als die einfachen Italerie-Schächte. Die Fahrwerksstreben haben min am Ende die Aufnahmepunkte für die Verbindung zum Startgestell.
Auch die Bauteile und Baugruppen des Startgestells sind nun koloriert. Der Booster mit seinen Markierungen und Grundfarbe n Weiss und die Podeste mit rot-weissen Warnmarkierungen bringen Farbe ins graue Einerlei.
Die Baugruppe des Schwingarmes mit dem Booster bekommt zuletzt die Verkabelung die außen um den Schwingarm herum führt
Die Schlussmontage erfolgt in einer Heling. Hier können selbst mit dem ausgefahrenen Fahrwerk das Leitwerk und die Tragflächen nebst Zusatztanks angebaut werden. Wie immer muss man die Italerieflügelansätze ordentlich dünner feilen, damit sie in die Aufnahmen passen.
Neben den Radschachtklappen wird nun auch das Booster-Gestell am Unterrumpf in den vorgesehenen Bohrungen befestigt. Die neuen Räder sind unterwegs und können dann hier direkt angebracht werden.
Das Display mit dem Startschacht ist nun auch fertig und ergibt in 1:32 rund 42x20cm. Die von Scaleplane gelieferten Sperrholzebenen dienen mir hier nur als Schneideschablonen für die Böden in Styrodur. Diese kann man tiefer gravieren und sie sehen mehr nach Beton aus. Einzig die Schachteinrahmungen und -abdeckungen werden aus dem Bausatz übernommen, dazu der Schwenkarm mit Stützen und den im Schacht angebrachten Hydraulikstützen. So hat man immer noch genug Platz um den Schacht herum für Geräte und Pilotenfigur.
In der Zusammenstellung des Bauzustandes vor der finalen Rad- und Cockpitmontage kann man schon gut die Proportionen der F-104G auf dem Startschacht erahnen.
Mit dem Anbringen der neuen Räder, der Kleinteile und dem Hinzufügen eines Starfighterpiloten in 1:32 vom CMK ist das Modell fertig. Liest sich einfach, ist aber hinterher nochmal ein Balanceakt mit wechsenlden Helingmontage, mal von unten, mal von oben.
Dafür kann man den wirklich aufregenden Aufbau der Startposition schön in Szene setzen. Im Einsatz gab es hier noch eine Spezialleiter, die bis zum Cockpit oben hinaufreichte.
Selten bietet aber so ein Modell den vollen Blick unter die F-104G mit den ausgefahrenen Fahrwerk. Farbtupfe sind dabei nicht nur die rot-weissen Warnmarkierung am Abschussgestell, sondern auch die gelben Rollgestelle aus dem Italeriebausatz für Triebwerk und Heckteil.
Auch sieht man jetzt an der Maschine die orangefarbenen Warnstreifen auf der rechten Rumfpseite und an den Tragflächenkanten gut.
Cockpitkanzel ist geöffnet. Hier findet man links im Cockpit dnas zusätzliche Paneel für das Auslösen und Absprengen des Boosters durch den Piloten.
Der alufarbene Unterrumpf zeigt den geöffneten Klappen ein detailliertes Innenleben. Hier sind die Aires-Schächte ein echte Belebung.
Ein imposantes Modell, was aber gut in die Vitrine des Auftraggebers passt und auch stabil auf dem Abschussgestell steht.
Auch hier ist der Pilot für den Größenvergleich wichtig. Nur so kann man die gewaltigen Ausmaßes der F104G auf dem Startgestell einordnen.