Die Pegasusbrücke (bis 1944 Bénouville-Brücke) bei Bénouville in Frankreich ist eine erstmals 1935 gebaute Wippbrücke des Typs Scherzer über den Caen-Kanal. Bei diesem speziellen Brückentyp wird die Brücke nicht um einen Drehpunkt hochgeklappt, sondern die ganze Konstruktion auf einem Kreissegment abgerollt und der Drehpunkt wird horizontal verschoben.

Am D-Day wurde sie im Verlauf der Operation Tonga von alliierten Luftlandeeinheiten der britischen 6. Luftlandedivision unter dem Befehl von Major John Howard erobert. In der Folge erhielt sie nach einem geflügelten Pferd auf dem Schulterstück der Einheit offiziell den Namen „Pegasusbrücke“.

Das Hauptziel der Brückeneroberung war die Sicherung der Ostflanke der Invasionstruppen in der Normandie. Es sollte verhindert werden, dass die Truppen durch einen Gegenangriff seitlich „aufgerollt“ werden würden. Die Ostflanke stellten der Fluss Orne und der Caen-Kanal dar. Die einzigen Übergänge über diese Wasserläufe waren die später so benannte Pegasusbrücke und die Horsabrücke. Eine Eroberung dieser Brücken würde also die gesamte Flanke sichern.

Die Hebebrückenkonstruktion in 1:35 wird als 80teiliger 3D-Druck umgesetzt und erreicht zusammen gebaut rund 122cm. Mit den jeweiligen Brückenköpfen wird mindestens 150cm Dioramalänge benötigt.

Die 3D-Daten kommen von Cults, einer meiner 3D-Drucker(Stan Models) hat sich den Auftrag für mich geangelt und beginnt mit dem Ausdruck.

Die Druckzeit kann man dazu nutzen die benötigten Fahrzeuge und Figuren für die Schlüsselszene anzulegen. Hier werden neben britischen Fallschirmjägern ein Jeep und ein British Leyland Retriever LKW benötigt. Letzter ist von ICM erhältlich.

Der Retriever kann im Rohbau zusammen mit einer passenden Fahrerfigur und Ladegut erstellt werden. Filigrane Anbauteile wie Lampen und Planengestänge bleiben vorerst separat.

Der ICM-Bausatz ist sehr schön gemacht und gut zu bauen. Auch von unten zeigt sich ein gut umgesetztes dreiachsiges Fahrwerk und der Motor mit Getriebe ist auch komplett umgesetzt.

Ein kleiner Ätzteilsatz ist für den Kühlergrill vorgesehen und macht damit das typische "Gesicht" der Leyland-Serie noch feiner.

Das typisch britische Fahrzeugdesign mit dem haubenlosen Fahrerhaus und dahinter liegendem Tank und Ersatzradhalterung wird von einer langen Ladefläche nach hinten ergänzt.

Der Brite ist natürlich Rechtslenker, die passenden Fahrerfigur muss man selber beisteuern.

Das Britisch-Grün des WW2 wird aus einem dunklem Khaki-Ton und einem Nato-Grün gemischt. Durch Abdunkeln und Aufhellen wird dann der Grundton je nach Licht und Schatten variiert.

Entsprechend dem Vorlagen-Bild hat dieser Leyland Retriever allierte "Sterne" auf Fahrerhaus und Heckklappe.

Der LKW wird mit Nachschubgütern beladen und die Plane nach vrone zusammengerollt.

Das Verstauben von unten ist für die heisse Junizeit durchaus realistisch.

Das zweite Fahrzeug auf dem Bild ist ein US Jeep der britischen Fallschirmjäger, hier habe ich das Set von Bronco genutzt, das mit den gelandeten Lastenseglern an die Brücke transportiert wurde. Es setzt sich aus einem modifizierten Jeep ohne Windschutzscheibe aber aufgeschnallten Munitionskisten für die angehängte Zweipfünder-Pak zusammen.

Dazu sind sechs Fallschirmjäger der Pak-Bedienung dicht gedrängt auf dem Gespann verteilt.

Der Bronco-Bausatz ist nervenaufreibend mit einer Vielzahl kleinster Teile, einem fehlenden Ätzteilsatz usw. Dafür sind die Figuren sehr schön dem Fahrzeug angepasst.

Für die Brücke selber gibt es dann noch eine kleine Gruppe von britischen Fallschirmjägern mit Klappfahrrad und Roller - ebenfalls von Bronco.

Koloriert wir als Basis in Oliv drab. Markierungen gibt es für die Verbandsabzeichen der 1. britischen Fallschirmjägerdivision

Leichte Verschmutzungen der staubigen Straße gehören hier ebenso ans Modell.

Das relativ kleine Gespann wird einen schönen Kontrast zur großen Klappbrücke liefern.

Auch die kleine Fallschirmjägergruppe bietet dann einen guten Größenvergleich zumal sie marschierend mit Fahrrad die Bewegungen über die eroberte Brücke am 6. Juni mitmachen.

Neben der Brücke haben die Deutschen eine Festungspak 3, 5cm KwK in einen Ringstand eingebaut.

Diese kommt in 1:35 als Zinngussbausatz von Dolp.

Rund 30 Metallteile, den Ringstand kann man sich selber bauen.

Der Ringstand bekommt einen Sandton, in dem dann Ausrüstungsteile der ehemaligen Bedienungsmannschaft eingesetzt werden.

 Man kann das ganze Set später in das Diorama einbetten.

Der Rohbau der Brücke selber beginnt mit den beiden Seitenstützen, in dem die Brücke geführt und angehoben bzw. gesenkt wird. Gedruckt werden die großen 3D-Druck Teile von STAN Models. Er verfügt nicht nur über das Know-how, sondern auch mehrere große Drucker, die die bis zu 40cm großen Teile überhaupt drucken kann. Eine tolle Leistung-vielen Dank!

Allein jeder dieser Stützen ist schon über 30x30cm gross. Der Zusammenbau ergibt sich aus den Nut-und_Lochung-Passungen. Trotzdem muss man sehr genau vorher probieren. Ansonsten sind die Teile bisher sehr präzise gedruckt, es wird mit natürlich nur Sekundenkleber geklebt.

Da die Druckteile in mehreren Chargen geliefert werden, kann man erst einmal nur vollständige Baugruppen fertigstellen, wie hier das Steuerhaus auf der Brücke, in dem sich der Antrieb für das Aufrichten der Brücke befindet. Ich baue die Brücke allerdings fest im abgesenkten Zustand, um Transportschäden zu Ausstellung so gering wie möglich zu halten.

Für die Wellen werden Alurohre empfohlen, die braucht man aber nur, wenn man im Dauerbetrieb die Brücke aufrichten will, ansonsten gehen alle Rohre die leicht und stabil genug sind, also auch Evergreenrohre oder Stifte aus festem Balasholz.

So sehen die Baugruppen fertig koloriert aus. Natürlich muss der 3D-Druck gut grundiert werden. Dann erfolgt eine Grundfarbe in Hellgrau, die dann mit verdünntem Braunschwarz und einem Rostton mit der Airbrush betont wird. Ein sehr helles Grau bringt dann beim Trockenbemalen vor allem die Nieten nach vorne.

Während ich andere Baugruppe schon teilweise vormontiere, kann ich das Brückenhaus scratch bauen. Es steht ganz nah rechts neben der Brücke auf einem eigenen Podest in der Flussböschung und ist so markant, das man es für ein entsprechendes Diorama auf jeden Fall aufbauen sollte. In diesem Fall wird Styrodur und Balsaholz als Grundmaterial genutzt. Diese Holzbeplankung ist auch auf den Originalbilder gut zu sehen.

Dann wird in Betongrau und Holzfarben koloriert. Die Fenster bekommen Innenraum-Inlays mit Fensterglas. Das Gebäude selber bleibt für den Transport abnehmbar, nur die Holzfundamente werden direkt im Diorama eingebaut.

Hinten gibt es einen Aufgang für den Brückenwärter. Das Ganze ist leicht und stabil.

Die große Baugruppe des Hauptbrückenteil setzt sich aus rund 30 Teilen zu einer Länge von 110cm zusammen. Brückenhaus und Ballasttank werden zuletzt von der Seite angebracht. Dann muss das Haupteil noch gealtert werden. Die Fahrbahn wird aus 2mm dünner Styrodurplatte geschnitten, graviert und koloriert. Hier also der Probeaufbau mit dem Brückenwärterhaus.

So kann man jetzt die Diobase genau der fertigen Brücke anpassen. Das Brückenteil ist stabil, wiegt rund 4kg und kann für Ausstellung eine eigene Transportbox bekommen.

Danke nochmal an STAN Models für aufopferungsbereite Druckarbeit!

Die Base ist rund 150cm lang und beinhaltet in leichter Schrägstellung die zwei Brückenköpfe. Sie sind rund 9cm hoch und im Volumen stabil aus massiven Styrodur gebaut, leicht aber stabil genug die eigentlich Brücke zu tragen. Dazu sind in den Betonfundamenten wie im Original die entsprechende Lager aufgebaut. Dahinter nach den Originalbilder die Böschungen mit den Auffahrten. Die eigentliche Wasserfläche wird farbig abgewedelt und mit einem kleinen Rahmen versehen, sodaß man in das Becken dann das Epoxiwasser einlassen kann.

Circa 1,5 Liter passen bei rund 5mm Wasserhöhe auf die Fläche, inklusive Härter. Dazu muss man die Base waagerecht ausrichten, am besten an der frischen Luft, sodaß es 12 Stunden in Ruhe trocknen kann. Ist der Prozesse etwas fortgeschritten kann man mit einem Föhn noch leichten Wellenschlag hinein bringen.

Links oben die Stellung für die Pak, unten die Holzkonstruktion für das Brückenhaus. Die Uferbereiche und an den Fundamenten werden mit kleinen Steine versehen, die den Übergang natürlich darstellen, selbst wenn sie unter Wasser liegen.