Der Fla-Panzer Gepard ist ein Konstrukt der 1960er-Jahre und seit 2012 ausgemustert, weil ihm schlicht der Gegner gefehlt hat – als Bollwerk gegen russische Kampfhubschrauber gedacht, hatte er diesen Angreifern nie gegenübergestanden. Inzwischen ist die Bedrohung, für die er gebaut wurde, allerdings real: Angriffe aus der Luft durch Drohnen und Marschflugkörper in massenhafter Zahl, die über die damals schlimmsten Befürchtungen weit hinaus geht. „Die aktuelle Version des Gepard ist allen Ansprüchen des 21. Jahrhunderts zur Abwehr moderner Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber, ferngelenkter Flugkörper und Raketen gewachsen. Auch Drohnen werden zuverlässig bekämpft“, ist auf der Unternehmens-Website der KNDS Group zu lesen; was unterstreicht, dass der Panzer in seiner jetzigen Form noch 75 Jahre up-to-date zu sein verspricht. Seine ballistischen Geschosse seien gefeit gegen elektronische Abwehrmaßnahmen; deren Geschoss-Splitter würden Ziele zuverlässig neutralisieren, schreibt KNDS – und findet sich im erfolgreichen ukrainischen Abwehrkampf bestätigt – der Griff in die Mottenkiste ist insofern folgerichtig. Der Ukraine-Krieg hat die Liebe zum Flakpanzer Gepard wieder entflammt.

Im Masstab 1:35 ist der aktuelle Bausatz von Meng wohl die beste Wahl. Mit ihm kann man alle letzte Varianten wie den A1 und A2 bauen. Er ist natürlich kein Vergleich mit dem alten Tamiya Schätzchen und offenbart bei doppelt soviele Teilen eine Menge mehr Details.

Begonnen wird mit der Wanne für die A2 Version. Hier werden die seitlichen Kettenschürzen weggelassen, die die Ukraine-Geparden nicht mitbekommen haben. Ein kleiner Ätzteilbogen gibt ein paar Details wieder.

Die mit Abstand meiste Arbeit entfällt auf die beiden Einzelgliederketten, wobei jedes Kettenglied fünf Bauteile zum Entgraten und Verkleben hat, man kann sich bei über 80 Kettenglieder pro Seite gut vorstellen, das da mal ein ganzer Bautag mit verschwindet.

Auf dem Wannenheck schon die Gerätekiste des A2. Dazu werden die beiden Abschleppseile mit gedrehtem Kupferdraht aufgebaut, die Bausatz befindlichen Stoffseile wirken zu dick und unecht.

Der Turm selber ist bei der A2 Variante deutlich anders. Hier sind die zusätzlichen Gerätepakete auf dem Dach und die geänderte Rohrmündungen auffällig. Zudem muss man beim Betrachten urkainischer Geparden natürlich beachten, das hier Geparden aus vielen Länder geliefert wurden, die natürlich sehr unterschiedliche Rüststände aufweisen.

Am Turmheck kann man das Radarfach geöffnet darstellen, den hier hat Meng deutlich mehr Details umgesetzt, die sich lohnen gezeigt zu werden. Alle drei Baugruppen lässt man sowieso fürs Kolorieren separat. Antennen und Rückspiegel folgen sowieso erst bei der Schlussmontage.

Weiter geht es mit dem Grundieren aller Baugruppen, da unterschiedlichste Materialen zu egalisieren sind.

Koloriert wird in Bundeswehr-3-Farben Nato-Standard Tarnung. Als Decals stehen ukrainische Decals für die handgemalten weißen Kreuze, das ukrainische Nationalkreuz am Turm und ukrainische Kfz-Kennzeichen zur Verfügung.

Turmluke und Radargerätekoffer sind geöffnet für die spätere Dioramaszene. Nach der finalen Kolorierung wurden am Rumpf seitlich beflockte Tarnnetze aufgebracht, wie sie bei den Geparden häufiger verndet werden.

Die Antennen wurden durch gezogene Metallantennen ersetzt. Am Heck jetzt die zwei im Bausatz befindlichen Gepäckstücke in Khaki-Braun. Sie bestehen sowohl für das Gepäckstück selber wie auch die einzelnen Packgurte aus weichem Gummi.

Unterwanne und Laufräder bekommen Sand- Lehmspuren, die später auch in dem Diorama Verwendung finden. Auch die Geparden finden ihren Unterschlupf meist in getarnten Feldstellungen. Hier haben jetzt auch die Scheinwerfer vorne ihre Gläser bekommen.

Beidseitg am Turm das rot-goldenen Nationalkreuz der Ukrainer. Dazu die von der Truppe als Kennzeichen hastig aufgemalten weißen Kreuze als deutliche Unterscheidungen zum "Z" ihres Gegners.

Der Radarkoffer am Turmheck für das Rundum-Radar ist leicht geöffnet, was man in einer Pausenszene der Truppe machen kann.

Die 35mm-Mehrzweckkanonen, die leicht geneigten Antennen nach hinten und die Nebelwurfbecher-Batterie füllen die Turmseiten komplett.

Auch hinten an der Unterwanne haben sich die Sand- und Lehmspuren abgesetzt.

Von Miniart gibt es für die Dioramaszene ein vierköpfige ukrainische Panzercrew.

Drei Besatzungsmitglieder sitzen entspannt auf Munitionskisten. Dazu gibt es gedrehte MUnition von AFV.

Der vierte Mann muss eine rauchen, und wenn es auf dem Fahrzeug ist.

Modell und Figuren kommen auf eine kleine Geländebase, die wiederum in und auf eine stilisierte Munitionskiste passen. Eine mal andere Modellpräsentation.

Mit einem passenden Hintergrund kann man die Szene ganz gut umsetzen. Typischerweise sind die Geparden an der Front auch meist in Buschreihen getarnt untergebracht, aus denn sie zum Einsatz herausfahren.

Die entspannte Haltung der Besatzung kontrastiert die Gefechtsbreitschaft des Gepards.

Die Nato-Tarnung und die Tarnetze lassen das Fahrzeug gut mit der Umgebung verschmelzen.

Auch für Drohnen im Gelände schwer auszumachen.

Das Modelldisplay ist abnehmbar und verschwindet im Lager- oder Transportmodus in der Kiste. Wie praktisch.