R-360 Neptun (ukrainisch Р-360 «Нептун») ist ein ukrainischer Marschflugkörper. Ursprünglich als Seezielflugkörper konzipiert, wird er u. a. in dem Waffensystem RK-360MC Neptun (РК-360МЦ «Нептун» RK-3690MZ „Neptun“) zur Küstenverteidigung verwendet. Wie andere Seezielflugkörper auch, hat Neptun die Fähigkeit, Landziele anzugreifen.
Eine typische RK-360MC-Einheit besteht aus einem RCP-360-Feuerleitfahrzeug, sechs USPU-360-Starterfahrzeugen sowie zwölf TM-360-Transport- bzw. TZM-360-Transport-/Ladefahrzeugen. Jedes Starter- bzw. Transportfahrzeug trägt dabei eine TPK-360-Verladeeinheit mit je vier Transport-/Startbehältern mit je einem R-360 Neptun. Somit verfügt eine Einheit über insgesamt 72 Seezielflugkörper.
Das System ist auf Lastkraftwagen montiert. Bei dem Erprobungssystem wurden KrAZ-7634NE für das Starterfahrzeug und KrAZ-6322 für die übrigen Fahrzeuge verwendet.Bei den späteren Fahrzeugen wurden hingegen Fahrgestelle von Tatra verwendet.
Eine RK-360MC Neptun soll mit einem Mineral-U-Radarfahrzeug zusammenarbeiten, welches eine Reichweite von 600 km hat. Das Einsatzszenario könnte so aussehen, dass die ukrainische Marine feindliche Schiffe mit Drohnen (z. B. Bayraktar TB2) aufklärt. Das Mineral-U-Radar würde dann eingeschaltet werden, um die genauen Zielkoordinaten zu bestimmen. Danach würde man das Radar abschalten, um das Risiko der Entdeckung zu minimieren. Der Seezielflugkörper würde in das Zielgebiet fliegen und erst im Zielendanflug das eigene Suchradar für die Zielsuchlenkung aktivieren.
Die RK-360MC Neptun hat die Fähigkeit, stationäre Landziele anzugreifen. Dieses ist möglich, da die Neptun mit einem GPS ihre Position bestimmen kann. Der GPS-Empfänger ist von Anfang an ein Bestandteil des Systems gewesen. Die Option, Landziele anzugreifen, bieten auch andere Seezielflugkörper wie Ch-35 und Harpoon.
Im Masstab 1:35 gibt es das USPU-360 Starterfahrzeug als 3D- Druck von YK3D aus Polen. Die 3d-Drucke sind hervorragend und präzise gedruckt. Als Bauanleitung gibt es einen längeren Youtube-Clip, der alle Bauteile als Exposionsdarstellung in verschiedene Stadien und Perspektiven aus dem 3D-Datensatz ableitet. Wenn man sich mal da reingefunden hat, eine perfekte Anleitung.
Das Chassis setzt sich so aus nur insgesamt 24 Bauteilen zusammen. Die Zuordnung ist trotz des komplexen Acht-Rad-Fahrgestell überschaubar. Die Bauteile passen perfekt, denn der Lieferant hat die Druckangüsse schon zu 99% entfernt.
Neben den Radstaubblechen ist auch in der Mitte vorn Motor und Getriebe eingebaut. Dazu vorne der einteilige Kabinenboden des Fahrerhaus, der hier schon fest mit dem Rahmen verbunden werden kann.
In der Mitte des Rahmens folgen die großen Tanks und Staukästen. Auffällig hier jeweils vorne und hinten die Hyrdaulikstützen, die den gewaltigen Abschussdruck abfedern müssen.
Gut hier zu sehen die Kraftverteilung vom zentralen Verteilergetriebe mit den Kardanwellen zu allen angetriebenen Achsen. Damit ist auch eine gute Geländegängigkeit erreichbar.
Alle Baugruppen nach dem Rohbau. In der Mitte des Fahrzeugs ist die Steuerkabine für den Abschuss aus den vier Containern aufgebaut. Hier noch ohne Dach, um hier die Scheiben einsetzen zu können. Vorne ist die fertige Fahrerkabine, auch sie braucht selbstgeschnittene Fenster.
Der Raketensilocontainer hat vier Abschussrohre, für die jeweils alle runden Abdeckbleche für vorne und hinten beigefügt sind. Wahlweise hat man vier Flugkörper für in die Rohre und einen Flugkörper in fliegendem Zustand mit ausgefahrenen Leitblechen. Sehr schön gedruckt, perfekt für ein Diorama mit Abschussituation.
Hinter dem Fahrerhaus verschwindet der große Motor unter dem Abdeckblech, dahinter Auspuffanlage und Staukästen. Auch die beiden Sitze im Fahrerhaus sind schön gedruckt. Aber nicht festkleben, sonst passt die Kabine nicht mehr darüber, sie werden später durch die offenen Türen eingesetzt.
Auch bei der Steuerkabine für die Fugkörper bleiben die Türe vorerst offen, so kann man von innen die Fensterscheiben einsetzen.
Das Trägerfahrzeug wird in einem Drei-Farben-Tarnschema koloriert, die Raketensilos sind in einem hellen Grau gehalten.
Neben vier Flugkörpern ist auch ein Flugkörper mit ausgefahrenen Leitwerken beigefügt. Hier sieht man gut, wie gross der Flugkörper im Vergleich zum Trägerfahrzeug selber ist.
Da ich eine Abschusszene darstellen möchte, wird die fliegende Version gleich koloriert. Decals sind bei den polnischen 3D-Drucken nicht beigefügt, hier muss die Ersatzteilkiste herhalten.
In den Silos können alle vier anderen Flugkörper untergebracht werden, wobei man diese vor dem Start nicht sieht, da unten und oben die Deckel erst beim Abschuss abgesprengt werden.
Das gesamte Modell erreicht schon rund 45cm Länge und ist in seiner Fahrzeugarchitektur sehr markant. Natürlich sind für eine Abschussituation alle Türen geschlossen.
Die aufgebrachte Tarnung lässt die Kanten und Eecken fast komplett verschwinden und das Modell wirkt jetzt noch komplexer als im Rohbau.
Im Bausatz fehlen auch die drei Scheibenwischer vorne, die doch sehr auffällig sind, würden sie auch noch fehlen. Die Rundumleuchte bekam ein farbiges, transparentes Glasteil spendiert.
Die Feuerleitkabine, hier fehlt im Bausatz die Außenleiter (ich vermute stark, beim Lieferanten herrscht im Moment großer Auftragsdruck, bekam ich in der Sendung noch einen Gratisbausatz beigefügt..kostenlos!).
Das Bündel der vier Silos, ich werde drei schliessen und einen als Abschussdarstellung nutzen. Hinten rechts ist das Reserverad am Fahrzeugrahmen untergebracht.
Nächster Schritt geht es ins Diorama, nichts ist für die Darstellung spannender als der gewaltige Abschuss!
Das "Neptune"_System bekommt seinen Platz für den Abschuss direkt an der Steilküste des Schwarzen Meeres. Beim Abschuss des Flügkörpers reitet die Rakete auf einem gwaltigen Feuerstrahl in Richtung ihres Ziels. Hierbei werden die beiden Silodeckel oben und unten abgesprengt. Während direkt am Flugkörper der Rauchstrahl weiss-gelblich erscheint, erscheinen am unteren Ende des Startsilos russchwarze Rauchfahnen Richtung Boden.
Im Modell steckt der Flugkörper auf einem transparenten Rohr in eienr Halterung im Silos und wid dann mit Watte ummantelt und diese dann mit der Airbrush koloriert. Für den Transport zb. auf Ausstellungen können die Silos und das Fahrzeugmodell abgenommen werden.
Hier an der "Steilküste" kann man schön mit der Kamera um die Szene "herumwandern" und neue Blickwinkel entdecken. Auch sieht man wie gut die Tarnbemalung im Geländen funktioniert.
Die "Neptune" reitet jetzt richtig auf ihrem Feuerstrahl. In den Abgaswolken fliegen die Verschlussdeckel des Silos umher.
Natürlich müssen in dieser Sezne alle Türen und Klappen geschlossen sein. Die Besatzung ist sicher in der Feuerleitkabine.