Obwohl das USMC 1990 mit der Einführung des M1 Abrams begann, verfügte es zu Beginn des Golfkriegs noch über eine stattliche Anzahl von M60A1. Davon waren 1988 insgesamt 170 Stück mit einer passiven Reaktivpanzerung versehen worden. Daraus erklärt sich, dass bei den Operationen Desert Shield und Desert Storm neben den neuen M1A1 Panzern des USMC auch noch 210 M60A1 der 1. Marine Expeditionary Force (zum Teil mit vorgebautem Minenräumgerät) zum Einsatz kamen. Ihre Verwendung beschränkte sich allerdings auf die Befreiung von Kuwait City.
Sie verfügten über die Basis-105mm-Kanone und keine Schnorchelausrüstung am Heck mehr. Nach den beiden Golfkriegen wurden die verbliebenen M60A1 durch den M1 Abrams ersetzt und die noch intakten Fahrzeuge an die regionalen Heimatschuztverbände übergeben.
Als Basisbausatz in 1:35 dient der schon etwas ältere Bausatz von Tamiya, der neben der reaktiven Panzerung und korrekten Decals nur über wenig Equipment verfügt. Dazu wurde das Modell mit einem modernen US Gepäcksatz von Tamiya und einer dreiköpfigen Resin-Besatzung ergänzt. Die Anschleppseile wurden aus gedrehten Draht angebracht.
Wie immer bei den älteren Tamiya-Bausätzen ist das Modell recht einfach gehalten und die Passform natürlich sehr gut. Es liegen einfache Gummigleisketten bei, die aber vom Profil sehr schön gemacht sind und da die Fahrzeuge über ein automatisches Spannsystem verfügen auch keinen Kettendurchhang haben, reicht das hier völlig.
Die Abschleppseile werden längs und nicht quer über den Motor verspannt. Rohrstütze nach hinten umgelegt. Mit im Bausatz sind Teile für einen A3 enthalten, also im Bauplan aufpassen.
Das Modell bekommt nach der Grundierung zuerst einen Basisfarbe aus Tamiya Desert Yellow mit einem glänzenden Klarlacküberzug.
Auf diesem können die Decals und ein Washing aus Schwarz und Braun für die vielen Vertiefung aufgebracht werden.
Nach dem Durchtrocknen werden Ketten und Laufrollen und die khakifarbenen Persenings koloriert und das Modell komplett mattiert.
Aufhellung und Tiefen setzen folgt dann mit hellem Buff und verdünntem Braunschwarz.
Das erste aus dem Tamiya-Bausatz stammende Gepäck hat noch den Grundanstrich aus US-Grün. Der zweite Gepäcksatz folgt später. Hier kann man gut sehen, das durch das Airbrush-Abdunkeln insbesondere die unten liegendende Wanne deutlich mehr Tiefe bekommt.
Drei feine US-Panzersoldaten im Desert-Scheme besetzen die drei offenen Luken. Dazu gibt es Antennen aus Messing.
Die Fahrerluke öffnet sich auf einer Schiene nach rechts, sodaß sie nicht mit dem Schwenkbereich des Turmes kollidiert.
Nach der farblichen Behandlung mit diversen, verdünnten Farbbrühen wirken nun auch die Ketten echt mit ihren Gummipolstern auf Stahlkettenteilen.
Auch dieser M60 bekam von seiner Besatzung einen Eigennamen. Hier kann man gut die Überlappung der reaktiven Elemente rund um die Blende sehen, ein komplizierter Aufbau.