Die Dassault Super Étendard war ein einstrahliges Kampfflugzeug des französischen Herstellers Dassault Aviation. Sie wurde für den flugzeugträgergestützten Einsatz bei den französischen Marinefliegern entwickelt. Der Flugzeugtyp war eine Weiterentwicklung seines aus den 1950er-Jahren stammenden Vorgängers Étendard IV.

Im Masstab 1:32 kommt der Bausatz als 3D Print-Bausatz aus Brasilien von HE Modelismo in überschaubaren 3D Teilen in rauem Resin. Dabei wird deutlich, das der Drucker nur ein kleiner Drucker sein muss, der maximal Teile bis 12cm drucken kann. Also sind alle Rumpfteile ersteinmal halbiert und müssen sauber aneinander gefügt werden, was bei einem geringen Verzug immer spannend ist. Für die Kanzel ist ein zweiteiliger Resinrahmen und Vaku-Glasteile vorhanden. Als Bauanleitung gibt es farbige 3D-Ansichten, die die Zuordnung der Teile ermöglichen. Aufgebaut werden soll die französische Marine-Version für die ein umfangreicher Decalbogen beigefügt ist. Mit dem Shipping nicht ganz billig, aber extrem exotisch!

Begonnen wird mit der Cockpiteinheit, die als Basis aus dem eigentlich Sitz und der Cockpitschale besteht. Die Cockpits der Super Etendard sind im Grundanstrich schwarz, die Sitzauflage in Khaki gehalten. Es fehlten im Bausatz die Schleudersitzgriffe, die man dann selber bauen muss. Ansonsten ist der Sitz ganz schön gedruckt, gibt es die Datei ja von 3D Cults. Dazu fehlt der Steuerknüppel..warum?

Für die Armaturen gibt es keine Decals, nur erhabene Konturen, die aber hier ausreichen, da das Armaturenbrett tief liegt und man später davon nicht allzuviel sieht.

Die Baugruppe kann dann in die Bugschalen eingesetzt und somit das erste Segment geschlossen werden.

Zusammen mit den zwei Haubenrahmen kann man hier jetzt die Passform überprüfen. Die beiden Rahmen liegen sauber auf, sodaß man die Hauben bis zur Schlussmontage separat lassen kann. Unter die Rahmen kommen dann die ausgeschnitten Vakuformen, was aber letztendlich keine ganz glatten Kanzeln ergibt (viel Spass!). Das gläserne Visier fehlt auch, wie auch alle transparenten Teile, hier muss man sich selber behelfen.

Hat man den ganzen Rumpf mit den Trag- und Leitflächen zusammen gesetzt, so ergeben sich trotz aller 3D-Technik immer kleine Versatzsprünge durch das Trocknen der Resinbauteile. Auch ein Hinweis darauf, das der Lieferant nur über einen kleinen Drucker verfügt. Man sieht an den Spachtelkanten, aus wieviel Teilen sich der Rumpf und Tragflächen zusammen setzt. Der Bugkonus bleibt bis zum Schluss separat, hier und im Cockpitfussraum muss auf jeden Fall genug Blei eingesetzt werden, damit das Modell nicht hecklastig wird.

Man kann die einzelnen Rumpfsegmente bei dem schrittweisen Verkleben mit Sekundenkleber noch gut entsprechend drücken, trotzdem zeigen sich auch an der Unterseite benötigte Spachtelübergänge. Die Pylone für die Tragflächenlasten werden ebenfalls jetzt schon angebracht. Als Zuladung stehen drei verschiedene Lasten zur Verfügung, die alle angebracht werden, u.a. ein Luft-See-Flugkörper.

Bei der Rohmontage sieht man auch die Grenzen des Druckers - feine Druckspuren zieren viele Oberflächen. Bielleicjt verschwinden die dann mit dem Kolorieren. Die Bandbreite der Qualität einzelner 3D-Drucker ist derzeit noch immens.

Die Grundierung erfolgt gleich in einem hellen Seegrau, sowohl für Unter- wie Oberseite. Oben wird mit Dunkelgrau das Tarnmuster mit Schablonen aufgebracht. Hier ist im ersten Moment der Kontrast recht stark, was aber dann durch das weitere Filtern und Shading sich deutlich reduziert.

Während der Rumpf trocknet kann das Fahrwerk, die Fahrwerksklappen und die Klappen der Luftbremsen, die für den Trägereinsatz und schnelle Reduzierung der Landegeschwindigkeit wichtig sind, mit Silber grundiert, gealtert und bemalt werden. Zum Schluss bekommen alle Federbeine noch einen Bremsschlauch spendiert.

Nach dem Trocknen werden die Kanten des dunkelgrauen Tarnverlaufs mit dem hellen Seegrau etwas weicher gezeichnet. Für die Decals wird der ganze Rumpf mit glänzendem Klarlack versehen. Die gelieferten Decals sind nur annähernd richtig, sie sind teilweise zu groß und die technischen Hinweise fehlen ganz. Aber es gibt ansonsten ja keine passenden Decals in 1:32.

Die drei Rumpflasten aus Zusatztank und Luft-See-Flugkörper von Aerospital sind ebenso geairbrusht und gealtert.

Nach dem Umkehren in Matt können die grauen Flächen einmal weiter aufgehellt werden, um sie etwas lebendiger zu gestalten und die Fugen und Kanten und insbesondere die Abgasspuren mit Braunschwarz betont werden. Das Gleiche geschieht natürlich auch mit der Unterseite.

Fertig für die Schlussmontage. Das Modell hat nicht nur durch die schweren Druckteile und das zusätzliche Gewicht im Bug sein Gewicht, nicht umsonst sind die Fahrwerksbeine gleich mit einem inwändigen Stahldraht gedruckt worden.

Die Schlussmontage beginnt von unten mit dem Fahrwerk und den Waffenlasten. Mit Sekundenkleber sitzen die jeweiligen Fahrgestelle fest in ihren Buchsen.

Mit Rauchschwarz sind die beiden Kanonenöffnungen links und rechts neben dem Bugfahrwerk betont. Die Luftbremsen sind in ihrem Landemodus leicht aufgestellt.

Durch die farbliche Gestaltung sind die Übergänge der einzelnen Rumpfsegmente fast verschwunden.

Die Kanzel wird geöffnet dargestellt, eine Einstiegsleiter bietet sich zur Präsentation an.

Die Kombination aus 3D-Druck und Vaku-Klarsichteilen ist nicht perfekt. Hier wäre der Kanzeldruck komplet zb. aus glasklarem Resin besser gewesen.

Trotzdem macht die Super Etendard in entsprechendem Umfeld eines Trägerdecks eine gute Figur. Die Proportionen stimmen insgesamt und das Buggewicht sorgt für sicheren Stand vorne.

Die bunten Decals sorgen zudem für einige farbliche Akzente auf dem seegrauen Tarnmuster. Hier kann man die Tiefe an Rudern und Rumpfkonturen betonen.

Auch die Triebwerksöffnung hinten bekommt ihre Abgasspuren auf metallicfarbenen Konus.

Insgesamt ein anspruchsvolles Modell mit einigen Hürden wegen zu kleiner Bauteile und Verzug. Die Decals sind recht einfach gehalten und stimmen teilweise nicht. Die Lösung mit der Vakukanzel ist nicht optimal.