Der Multi ist ein Wechselladerfahrzeug der Bundeswehr, dessen Name ein Akronym ist und für Mechanische Umschlag-, Lager- und Transport-Integration steht und technisch auf zivilen Abrollcontainern basiert. Die zweite Generation dieser Lastkraftwagen verfügt über eine Panzerung. Ein mit Abgasturboaufladung und Ladeluftkühlung ausgestatteter 6-Zylinder-Reihenmotor von MAN mit einer Leistung von 400 PS beschleunigt den LKW auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 84 km/h. Von den 358 Fahrzeugen baute MAN bis zum 1. Oktober 1996 85 Stück mit Schadstoffklasse Euro 1, danach in Euro 2. Des Weiteren verfügt das Allradfahrzeug über ein Split-Schaltgetriebe, Wandler-Schaltkupplung, Retarder, Differentialsperren in den Vorder- und Hinterachsen sowie eine Differentialsperre im Verteilergetriebe. Das Gesamtgewicht beträgt 32 t.

Das entsprechende Modell in 1:35 als ungepanzerte A1-Version kommt als 3D-Druck von STAN Models aus Bayern. Die Drucke sind filigran und sehr gut gedruckt. Einzig es fehlen gedruckte Fenster, Decals und vor allem ein Bauplan. So muss man sich auf die Originalbilder und den Service von STAN Models bei Fragen verlassen.

Begonnen wird nach dem Entgraten der gedruckten Teile, mit dem Chassis, das sich in diesem Fall aus drei Teile zusammensetzt, die mittels Steckverbindungen Halt bekommen. Hier gilt es schon den Rahmen gerade ausrichten, damit das Modell später auch exakten Stand hat.

Im Gegensatz zur gepanzerten A4 Variante ist hier vorn im Chassis der Sechszylinder gedruckt, der sehr schön aussieht, aber später komplett unter dem Fahrerhaus verschwindet. Die Steigleitern brechen leicht ab und werden erst bei der Schlussmontage wieder angesetzt.

Dann können die fein gravierten Continental-Räder angeklebt werden, wenn alles ausgerichtet ist, steht der Multi brav auf allen acht Beinen. Alle Achselemente sind bereits angedruckt und zeigt das aufwendige Fahrwerk in vielen Details.

Bis auf die Anbauteile besteht das Fahrerhaus im Grund nur aus Bodenplatte mit der Inneneinrichtung und dem Fahrerhaus selber. Hier gilt es zuerst zu überprüfen ob die Bodenplatte leichtgängig von unten in das Oberteil passt, ggflls. muss hier nachgeschliffen werden. 

Die Bodenplatte mit Sitzen und Armaturen bleibt vorerst separat, um den Innenraum entsprechend auch kolorieren zu können.

Jetzt in diesem Stadium müssen die Scheiben mit Klarsichtplastik vermessen und geschnitten werden. Sie sind nicht im Kit enthalten. Es fehlen auch leider die markanten Scheibenwischer, also muss man die später scratch aufbauen.

Das Fahrerhaus wird dann mit den Nebeltopfbatterien, dem kleinen Gitter im Aufbau und der nachfolgenden Kühler und Aggregateinheit ergänzt. Ich verbinde beide Baugruppen miteinander damit sie waagerecht zueinander stehen. Die Antennensockel kommen an den Staukasten oben auf die Baugruppe. Die jeweiligen Boxen sind durch jeweilige Nutverbindungen einwandfrei zuzuordnen. Man muss sie nur gffls. etwas kleiner schleifen, da sie durch den Druckzuwachs manchmal etwas zu gross sind.

Alle anderen Anbauteile wie Spiegel, Turmdrehring und die MG-Lafette werden erst nach dem Lackieren angebracht.

Im Mittelteil des Rahmens können nun die beiden Hyrdraulikstempel und der schwere Haken der Hebemechanik für die Container oder anderen Lasten eingesetzt werden. Hier muss man sich für die spätere Modellpräsentation für eine Ablade- oder fahrbereite Szene mit Last entscheiden. Der Haken ist soweit nach vorne platzieren, das er in die Ausbuchtung der vorderen Aufbaugruppe passt.

Der Mittelrahmen wird seitlich mit den jeweiligen Staukästen bzw Tankeinheiten ergänzt. Auch zeigen Nutverbindungen welcher Anbau auf welche Seite gehört. Zur Not schaut man beim Original nach. Hier die Seite mit Tank und Reservekanister.

Beim Fahrzeug am Rahmen muss man auf jeden Fall die Originalbilder genau betrachten. Das Bauteil direkt am Rahmen fängt den abrollenden Containern auf. Links und rechts darunter werden die äußerst filigranen Halterungen der Unterlegkeile angebracht.

Weit nach hinten abstehend der Abschlussbügel mit Rücklichtern und dem BW-Kolonnenkreuz.

Nun einmal der Probeaufbau vor dem Grundieren und Lackieren. Hier werden die Aufbauteile vorerst nicht mit dem Chassis verklebt, aber man muss ihren Stand testen.

Vordere Baugruppe mit dem Fahrerhaus hat einen guten Stand direkt auf dem Rahmen. Probeweise ist auch hier einmal die MG Lafette aufgestellt, die vom Innenraum ferngesteuert werden kann.

Der passende Container ist ein Druckteil, die Bodenplatte wird glatt geschliffen und einfach nur aufs Modell gestellt.

Durch die unterschiedliche Graudrucktöne kann man gut die Lage des Containers auf dem rückwärtigen Rahmen sehen-fertig fürs Grundieren und Lackieren. Die Eckverbindungen des Containers gehören in die Nute am Chassis und vorderen Aufbaus.

Nun kann der Innenraum des Fahrerhaus koloriert werden. Durch die großen Fensterflächen sieht man später am Modell davon relativ viel.

Das Bodenteil wird von unten nur eingesteckt und passt. Jetzt können die Scheiben eingesetzt und die Anbauteile am Fahrerhaus ergänzt werden. Hier sind die Spiegel, die Einstiegsleitern, die Scheibenwischer und vor allem die Dachluke mit dem MG-Ring und der ferngesteuerten Nahverteidigungswaffe anzubringen.

Die Decals kommen aus dem eigenen Fundus.

Im 3-Farben-Nato-Anstrich wird hier am FSA nur das Fahrerhaus mit Schablonen gespritzt.

Im rückwärtigen Staukorb füllt ein selbstgemachtes Tarnnetz die gähnende Leere. Die Radkastenleisten sind in Gummischwarz und die vorderen großen Blinker mit glänzenden Klarlack zum Leuchten gebracht.

Das abschließende Trockenbemalen mit Hellgrün bringt die feinen Garvuren zum Vorschein.

Das Chassis hat als Basiston nur das Nato-Grün, was aber durch Hell-Dunkel-Modulation lebhafter wird. Die acht großen Stollenreifen bekommen ein erdbraunes Inlay und werden dann mit zwei Farben trockenbemalt, sodaß Profil und Gravuren hervorkommen.

Für den Versand bleiben alle drei Baugruppen getrennt, können aber fürs Shooting probehalber zusammen gesetzt werden.

Dazu kommt der 20-Zoll-Container ebenso nur in Nato-Grün. Damit er authentischer wirkt hat auch er einen Hell-Dunkel-Verlauf von oben nach unten.

Die Verschlüsse hinten kommen dann auch beim Trockenbemalen schön nach vorne.

Alle drei Baugruppen nun im Gesamtmodell. Kleine Farbpunkte wie die orangen Seitenreflektoren setzen kleine Highlights.

Hier sieht man ganz gut, wie das betonte Reifenprofil sich schön gegen die Nato-Grünflächen absetzt.

Alle Scheinwerfer haben nun die feinen Schutzgitter davor. Hinten leuchten Rücklichter und Warnstreifen.

Der Container sitzt nun auf den vier Ankerpunkten des Chassis.

In Szene gesetzt wirkt der Multi A1 FAS in seiner ungepanzerten Version ganz authentisch.

Seine zahlreichen Anbauteile und die Größe des Multis sind nach wie vor beeindruckend, viel Bausatz, aber ohne Bauanleitung im Moment nur etwas für fortgeschrittene Modellbauer.

Die Fahrerkabine ist mit den kleinen Anbauteilen recht filigran und muss deshalb separat und stabil für den Versand eingepackt werden.

Ein echtes Arbeitspferd. Dadurch das man den Container nur auf das Modell stellt, kann man u.a. auch zb. die modulare Ladefläche dort aufsetzen für zb. den Wiesel-Transport etc.

Fazit: angesichts der Vielzahl von Varianten der neuesten LKW Generation der Bundeswehr wieder ein sehr interessantes Modell und so aktuell wie nie. Gute Arbeit von STAN Models.