Diorama "Der Hof" zeigt im Masstab 1:35 einen Bauernhof in den 30er/40er des letzten Jahrhundert. Eine friedliche Szene, die die Kulisse für zeitgemäße Fahrzeuge und Bewirtschaftung eines typischen, deutschen Bauernhofes vor dem Krieg zeigt.

Ich habe einen ersten Aufbau des Eckgebäudes eines Lasercut-Bausatzes übernommen. Diesen noch mit Regenrinnen, Stromkasten, Grünzeug ergänzt, und von der Bemalung her verfeinert. Von hinten wurden Zimmeransichten hinter die Scheiben verklebt und die Rückseite geschlossen. Das Eckgebäude hat rund eine Fläche vor 45x30cm mit schöner Gipspatina und kleinen feinen Details.

Aus "Augenhöhe" ein erster Blick gibt die schöne Farbigkeit des Gebäudes und die Zeichen der Zeit gut her.

Als Basis für das Diorama wird ein 45x45cm Sockel von Roland Dörrich verwendet, der ein Styrodurinlay bekommt. Hierauf werden die Pflastersteine für den Hofweg graviert. Das Gebäude wird leicht versetzt zur Grundfläche geplant, sodaß hier noch etwas Spannung aufgebaut wird.

Gebäude, Brunnen und zwei Bäume sind die Grundelemente für die Hofecke. Braungefärbter, dünnflüssiger Gips nimmt die Strukturen auf und eine entsprechende Erdschicht, sowie Grünflockage für Gebäude, Randstreufen und zwei Bäume.

Die Eckbereiche der Gebäude werden von den Bäumen eingerahmt und kaschieren so die Schrägstellung der Anlage.

Man kann so die ganze Szene mit etwas Überhang über die Base einrahmen.

Der Brunnen wird aus Balsaholz, Styrodur und Acrylklarlack als Wasserfläche selber gebaut. Hier ist die Erdoberfläche noch feucht und dunkel- in der Regel braucht es etwa einen Tag, bis sie komplett durchgetrocknet ist.

Für die Bevölkerung wird zuerst mit den Hoftieren gestartet. Diese kommen aus zwei Tamiya-Sets, wobei das aktuelle, moderne Tierset wirklich gut gestaltet ist und kein Vergleich ist mit dem alten Erstset.

Das erste Fahrzeuggespann kommt von Miniart und ist eines der aktuellen Lanz-Traktorvarianten, hier mit den Stahlrädern und einem Holz-Anhänger. Sehr schön gemacht und fein detalliert, mit dazu gehören zwei landwirtschaftliche Figuren und ein paar Landwirtschaftswerkzeuge.

Der kleine Lanz wird den 30er Jahren des letzten Jahrhundert zugeordnet mit der großen seitlichen Schwungscheibe und dem nostalgischen Auspuff. Auch von der Unterseite ein filigranes und fein detalliertes Modell.

Den Holzspeichen-Anhänger kann man später gut beladen zb. mit Heu. Ein wenig Lenkeinschlag präsentiert ihn in der Szene etwas natürlicher.

Der Rohbau wird nun grundiert und kann dann koloriert werden.

Der Lanz Bulldog wird in einem Grau-Blau mit rostfarbenen Stahlräder koloriert. Im Kontrast dazu der Holzanhänger, der frisch geerntetes Stroh mit sich führt.

Dabei bietet der Lanz ein schönes Alterungspielfeld, ist er an sich schon von der Optik schön skurill.

Erntewerkzeuge und Stroh aus Pinselhaaren beleben den Anhänger.

Mit etwas Licht-Schatten-Kolorierung wird der Traktor zu einem schönen Industrieobjekt-fertig für das Diorama. Die dazugehörenden Figuren kommen dann zum Schluss dabei.

Ein kleiner Mercedes-Benz 1500 Werkstattwagen von MIniart komplettiert die Szene. Hier wird mit dem Chassis begonnen, das später über alles in Schwarz gehalten ist. Einige wenige Ätzteile vervollständigen die Baugruppe. Ich empfehle zb. die Spurstange aus Stahldraht bei der Vorderachse einzusetzen, da die reinen Bausatzteile hier viel zu schwach gebaut sind.

Die Baugruppe des Fahrerhauses vorne bleibt vorerst auch separat und ist hier nur mal probeweise aufgesetzt. Auch die rechte Motorhaube und die Türen bleiben separat, umso sie später geöffnet darstellen zu können. Die Scheibenteile werden innen und außen für das Kolorieren abgeklebt.

Die Pritsche selber wird mit umgelegter Heckklappe und dem Werkzeugstaukasten auch als Baugruppe aufgebaut und fürs Lackieren separat gehalten.

Auf die Pritsche selber kommt dann später der kleine Hebekran, der mit einigen Ätzeilen Stabilität bekommt mit einer feinen Kette versehen ist.

Koloriert und gealtert stellen sich die einzelnen Baugruppen jetzt so dar. Chassis und Aufbauten sind farblich gut zu trennen, sie werden in ihren Grundtönen abgedunkelt und aufgehellt, sodaß sie plastischer wirken.

Der Werkstattwagen bringt somit den Farbtupfer aufs Diorama und macht die spätere Havarieszene mit dem Lanz Bulldog erklärlicher. Eine Motorhaube ist geöffnet und die Türen sind aufgeschwungen, was dann mit den dazu gehörenden Figuren Sinn macht.

Der kleine Kran auf der Pritsche ist kraftig genug um einen Motor oder leichtes Fahrzeug anzuheben.

Die kleinen MB 1500 von Miniart sind immer ein schönes Objekt gerade für zivile Dioramen.

Gerade einen Werkstattwagen sollte man nicht fabrikneu darstellen. Die Alltagsblessuren machen sich auf so einem schönen Rubinrot immer gut.

Die Fahrzeuge finden zusammen mit vier Figuren von Miniart Platz "Auf dem Hof". In der Mitte konzentriert sich die Schlüsselszene des hilfsuchenden Lanz Bulldogs.

Der Bauernhof selber bietet eine schöne Kulisse, um um die Szene "herumzuwandern". Der Brunnen im Vordergrund wird von den staunenden Hoftieren eingerahmt. Sie bekommen so einen relativ menschlichen Touch und tragen zum Focus auf die Schlüsselszene bei.

An die leere Wand ist ein zeitgenössisches Plakat zum Lanz Bulldog gekommen, das genau das Modell in der Mitte abbildet.

Ein weiblicher und ein männlicher Mechaniker der Werkstatthilfe versuchen nun den Zweitakter zum Laufen zu bringen. Die Hofarbeiter mit der frisch gemolkenen Milch warten schon, das die Fahrt wieder losgehen kann.

In der Hofkulisse macht der Opel 1500 nun eine zeitgemäß gute Figur.

Auch das Treckergespann mit dem Holzanhänger und frisch gemähten Stroh müht sich über das rauhe Pflaster.

Alle Hoftiere bilden die staunende Zuschauermenge, natürlich am Brunnen.

Kleine Details gehören auch auf größere Dioramen.

Insgesamt ein schönes, idyllisches Projekt, das auf Ausstellungen wieder mal einen Kontrast zu manch militärischer Szenerie bilden wird.